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Weltraumwetter / Funkgeschichte
Halloween-Stürme 2003

Die Halloween-Stürme des Jahres 2003 wird einigen Funkamateuren 
bis heute in Erinnerung geblieben sein. Weltraumwetter-Forscher 
betrachten sie als das bedeutendste Sonnensturmereignis der 
Satellitenära und als eines der stärksten seit dem berühmten 
Carrington-Ereignis von 1859.

Ende Oktober 2003 sorgte eine außergewöhnlich aktive Sonnenregion 
für eine Serie gewaltiger Sonneneruptionen und koronaler Massen-
auswürfe. Innerhalb weniger Tage wurden enorme Mengen elektrisch 
geladener Teilchen ins All geschleudert. Diese trafen die Erde 
und verursachten geomagnetische Stürme der höchsten NOAA-Kategorie 
G5 ("Extreme"). Eine der Eruptionen gehörte zu den stärksten 
jemals gemessenen und wurde später auf etwa X45 geschätzt. 

Besonders eindrucksvoll waren die Auswirkungen auf die Ionosphäre 
und damit auf den Funkverkehr. Während einige Kurzwellenbänder 
zeitweise nahezu unbrauchbar wurden, eröffneten sich auf anderen 
Frequenzen ungewöhnliche Ausbreitungswege. Funkamateure weltweit 
beobachteten starke Schwankungen der Ausbreitungsbedingungen, 
plötzliche Signaleinbrüche sowie außergewöhnliche DX-Möglichkeiten. 
Auch auf den VHF-Bändern sorgten die durch die Polarlichter 
verursachten Reflexionen für seltene Aurora-Verbindungen.

Für die breite Öffentlichkeit wurden die Ereignisse vor allem durch 
spektakuläre Polarlichter sichtbar. Diese waren nicht nur in Skandi-
navien, sondern auch über Mitteleuropa und in weiten Teilen Deutsch-
lands mit bloßem Auge zu beobachten. Der Himmel leuchtete vielerorts 
in roten und grünen Farben und bot ein Naturschauspiel, das sonst 
nur in deutlich höheren Breiten zu sehen ist.

Die Folgen beschränkten sich jedoch nicht auf beeindruckende 
Himmelserscheinungen. Satelliten, Navigationssysteme und Funkdienste 
waren zeitweise beeinträchtigt, Flugrouten über die Polarregionen 
mussten angepasst werden, Astronauten auf der ISS suchten besser 
abgeschirmte Bereiche auf. Und in Teilen Schwedens kam es sogar zu 
Stromausfällen infolge geomagnetisch induzierter Ströme in den 
Energienetzen. Die Halloween-Stürme von 2003 gelten deshalb daher 
als eines der bedeutendsten Weltraumwetterereignisse der modernen 
Zeit.

Auch mehr als zwei Jahrzehnte später dienen die Halloween-Magnet-
stürme als wichtige Referenz für Forschung und Praxis. Sie zeigen 
eindrucksvoll, wie eng die Aktivität unserer Sonne mit dem Funk-
verkehr auf der Erde verknüpft ist und welche Auswirkungen extreme 
Weltraumwetterereignisse auf die technische Infrastruktur und die 
Amateurfunkkommunikation haben können. Für viele Funkamateure 
waren die Tage Ende Oktober 2003 eine seltene Gelegenheit, die 
Dynamik der Ionosphäre unmittelbar zu erleben und außergewöhnliche 
Ausbreitungsphänomene aus erster Hand zu beobachten.

--

Quelle: https://www.darc.de/home/

 * Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *

Funkfreunde Landshut e.V.
www.funkfreundelandshut.de

 


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