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RSGB-Tagung 2026
Die Zukunft des Amateurfunks: Vier Präsidenten im Gespräch
Ist Funktechnik im Zeitalter von Smartphones und 5G-Netzen
längst veraltet? Keineswegs. Der Amateurfunk besitzt bis heute
ein enormes Innovationspotenzial. Er ist bedeutungsvoll für die
globale Kommunikation.
Auf der RSGB-Tagung 2026 trafen sich vier führende Verbands-
präsidenten. Steve Thomas von der RSGB moderierte das Gespräch.
Mit dabei waren Tim Ellam (IARU) und Bob Beebe (RSGB). Auch
Christian Entsfellner (DARC) und Jeffery Roe (IRTS) nahmen teil.
Ihre Botschaft ist klar.
Die Funktechnologie wandelt sich stark. Gleichzeitig braucht der
Amateurfunk starke Verbände zur Verteidigung der Frequenzen.
Frequenzteilung als Vertrauensbeweis der Behörden
Regulierungsbehörden vergeben Frequenzen heute selten in starren
Blöcken. Stattdessen setzt sich die Frequenzteilung immer weiter
durch. Satellitendienste nutzen insbesondere Frequenzen nahe dem
70-cm-Band. Behörden verwalten freie Kapazitäten heute sehr
dynamisch. Christian Entsfellner Vorsitzender des DARC nennt ein
wichtiges Beispiel aus Deutschland. Dort teilen sich Funkamateure
die Mikrowellenbänder oft mit dem Militär. Diese Partnerschaft
schützt vor dem Frequenzhunger kommerzieller Mobilfunkanbieter.
Auch Landesgrenzen spielen eine wichtige Rolle. In Österreich
nutzen andere Dienste die obersten 90 kHz des 70-cm-Bands. Das
erfordert an den Grenzen höchste technische Präzision.
Für Jeffery Roe (IRTS) ist diese Frequenzteilung ein echtes
Gütesiegel. Die Behörden vertrauen auf die hohe Kompetenz der
Funkamateure. Funkamateure handeln im geteilten Spektrum fair
und präzise. So beweisen sie sich als verlässliche Partner der
Regulierungsbehörden.
Nachwuchs gewinnen durch Outdoor-Aktivitäten
Die Mitglieder in den über 170 IARU-Verbänden werden immer älter.
Deshalb hat die IARU-Region 1 ein eigenes Jugendkomitee gegründet.
Zudem fließen nun mehr Gelder direkt in die Nachwuchsförderung.
Das Hobby verändert seinen Charakter komplett. Amateurfunk findet
nicht mehr nur isoliert im heimischen Funkkeller statt. Er wird
zum aktiven Gemeinschaftserlebnis in der Natur. Programme wie SOTA
(Berge) oder POTA (Parks) liegen voll im Trend. Auch Schulkontakte
zur Raumstation ISS begeistern junge Menschen. Sie verbinden moderne
Technik mit echtem Teamgeist. Das hat auch große wirtschaftliche
Vorteile. Jugendliche lernen so früh die Grundlagen der Hochfre-
quenztechnik kennen. Der Amateurfunk sichert damit wichtige
Fachkräfte für den Arbeitsmarkt von morgen.
Software ersetzt den klassischen Lötkolben
Über 90 Prozent des Amateurfunkspektrums liegen oberhalb von 144 MHz.
Hier liegt ein gewaltiges Potenzial für neue Ideen. Statt am Lötkolben
entsteht Innovation heute meist am Computer. Software Defined Radio
(SDR) und digitale Signalverarbeitung dominieren die moderne Funk-
werkstatt. Funkamateure programmieren eigene digitale Betriebsarten
wie M17 und neue Codecs. Skepsis gegenüber Neuem gab es im Hobby schon
immer. Das galt früher für SSB und später für FT8. Bob Beebe (RSGB)
vergleicht das mit der Musikbranche. Dort erlebt die klassische
Schallplatte heute ein großes Comeback. Ähnlich läuft es beim Funken.
Viele junge Leute starten mit digitalen Software-Modi. Später ent-
decken sie dann ihre Leidenschaft für die klassische Morsetelegrafie.
Der Amateurfunk verbindet gelebte Tradition mit modernster Technik.
Unsichtbare Diplomatie schützt unsere Frequenzen
Ohne nutzbare Frequenzen stirbt das Hobby aus. Die IARU vertritt die
Funkamateure weltweit bei den wichtigen ITU-Tagungen. Ein Fall aus
Zentralamerika zeigt die Bedeutung dieser Arbeit. Dort wollte eine
Behörde die Lizenzgebühr auf 500 US-Dollar erhöhen. Die IARU schritt
ein und klärte die Behörde auf. Die Gebühr wurde stark gesenkt.
Für Jugendliche wurde sie sogar komplett gestrichen.
Auf der Weltfunkkonferenz 2023 kämpften rund 20 ehrenamtliche Experten
für unsere Frequenzen. Sie arbeiteten vier Wochen lang intensiv in den
Regierungsdelegationen mit. Doch Tim Ellam warnt vor einem kommenden
Problem. Nach der Konferenz 2027 gehen viele erfahrene Experten in den
Ruhestand. Es werden dringend junge Nachfolger für diese wichtige
Frequenzdiplomatie gesucht. Nationale Verbände wie der DARC arbeiten
eng mit Behörden wie der Bundesnetzagentur zusammen.
Christian Entsfellner nennt das aktives Frequenzmanagement statt reiner
Verteidigung. Bob Beebe bringt es deutlich auf den Punkt. Der Schutz
der Frequenzen ist der wichtigste Grund für eine Verbandsmitgliedschaft.
Nur mit vielen Mitgliedern haben Verbände wie DARC oder RSGB eine
starke Stimme.
Der Mensch steht immer im Mittelpunkt
Die Zukunft des Amateurfunks verbindet moderne Software mit großer
Experimentierfreude. Doch trotz aller High-Tech-Entwicklungen bleibt
der Kern des Hobbys gleich. Tim Ellam betont diesen Punkt zum Abschluss
besonders. Im Zentrum steht immer der Mensch. Der Amateurfunk ist ein
weltweites Netzwerk. Er verbindet Menschen aller Kulturen durch eine
gemeinsame Leidenschaft. Das Interview in englischer Sprache findet ihr
auf dem YouTube-Kanal des RSGB über den Link: https://t1p.de/srv29 .
--
Quelle: https://www.darc.de/home/
* Mit freundlicher Genehmigung vom DARC e.V. ins Packet Radio übernommen *
Funkfreunde Landshut e.V.
www.funkfreundelandshut.de
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